So begann es
Eltern mit Zuwanderungsgeschichte schlossen sich in Vereinen zusammen, um gemeinsam den schulischen Werdegang ihrer Sprösslinge zu unterstützen – mit beispielhaftem Erfolg. Deshalb begann die Landesregierung Nordrhein- Westfalen, ein weit gespanntes Netzwerk aufzubauen, mit dem Ziel, die »Brückenfunktion« der Selbstorganisationen zu verstärken. Denn durch das Netzwerk bleibt die Kooperation von Vereinen und Institutionen nicht mehr dem Zufall überlassen. Sie kann zudem aufeinander abgestimmt und verbindlicher festgeschrieben werden. Im März 2006 tagten die Akteure dieses Netzwerks zum ersten Mal und begannen mit dem Austausch von Erfahrungen und Informationen. An diesem Treffen beteiligten sich u. a. die Föderation Türkischer Elternvereine, der Bund spanischer Eltern in der Bundesrepublik, die Fachberatung MigrantInnen Selbsthilfe, die Landesstelle Unna-Massen, kommunale Migrantenorganisationen sowie das Landesinstitut für Schule, die Fachhochschule Düsseldorf und Vertreter der Landesregierung. Nun engagieren sich fast 50 Vereine und Institutionen in diesem Elternnetzwerk. Im Juni 2007 wurde ein Leitungsgremium bestehend aus sieben Mitgliedern gewählt. Die Zusammensetzung des Leitungsgremiums spiegelt die Interkulturalität des Netzwerkes wider. In NRW gibt es zurzeit über 1.000 Vereine und Organisationen von Zuwanderern, von denen perspektivisch möglichst viele einbezogen werden sollen.
Bildungsvereinbarungen – Abkommen auf Gegenseitigkeit
Wir meinen, dass es ein Gewinn für die ganze Gesellschaft ist, wenn Eltern mit Zuwanderungsgeschichte ihren Erziehungsauftrag selbstbewusst wahrnehmen und sich für die Verbesserung der Bildungssituation ihrer Kinder einsetzen. Deshalb liegt uns daran, diese Eltern als aktive Partner zu unterstützen und zu fördern. Wir sprechen nicht über sie, sondern mit ihnen. Die Bildungsvereinbarungen, die wir mit ihnen im Rahmen des Netzwerks schließen wollen, sind Garant einer gleichberechtigten und verbindlichen Zusammenarbeit. Dabei setzen wir voraus, dass sich Menschen aus unterschiedlichen Herkunftsländern daran beteiligen.
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Neue Anforderungen an Erziehung
Nordrhein-Westfalen ist ein vom Strukturwandel stark geprägtes Land. Eine moderne Erziehung sollte Kinder auf das Leben in der postindustriellen Gesellschaft adäquat vorbereiten. Doch vielen Eltern fällt es schwer, sich solchen Anforderungen zu stellen. Der demografische Wandel wird das Bild unserer Großstädte verändern. Bereits in naher Zukunft werden Zuwanderer und ihre Nachkommen in bestimmten Ballungsräumen die Mehrheit der Bevölkerung stellen. Es ist also eine vorrangige bildungspolitische und pädagogische Aufgabe, die Kinder und Jugendlichen möglichst schon im Vorfeld der Schule zu fördern. Untersuchungen zeigen, dass der schulische Erfolg hierzulande maßgeblich von der Unterstützung und Förderung im Elternhaus abhängig ist, etwa von der regelmäßigen Unterstützung bei den Hausaufgaben oder der Vorbereitung auf Klassenarbeiten.
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